Fotobücher werden teurer – Rücknahme der Umsatzsteuerermäßigung

 

Vielleicht haben Sie schon davon gehört: Fotobücher werden teurer. Wieso? Und:  Ist das wirklich schon sicher oder nur ein Gerücht? Wir haben die Fakten!

 

Fotobücher werden teurer – ist das wirklich sicher?

 

Ab 2017 soll die Umsatzsteuerermäßigung für Fotobücher zurückgenommen werden. Statt bisher sieben Prozent werden dann 19 Prozent fällig. Aus diesem Grund befürchteten in den letzten Wochen viele Fotobuch-Anbieter wie etwa die CEWE-Gruppe, dass die Nachfrage für dieses bisher so beliebte Produkt nachlassen könnte.

Diese Befürchtung suggeriert, dass die Anbieter die 12-prozentige Steuererhöhung nicht selbst übernehmen sondern an die Käufer abdrücken werden.  In dem Fall müssen wir leider annehmen: Ja, Fotobücher werden teurer.

Vielleicht entscheiden sich aber auch einige Anbieter dazu, die Steuern zu übernehmen, um Fotobücher weiter günstig anzubieten. In dem Fall macht ihnen die Konkurrenz das entweder nach und die Preise bleiben generell niedrig – oder sie gewinnen auf Kosten der anderen Anbieter neue Kunden.

Falls die Fotobücher in Zukunft generell teurer werden, werden die Fotobuch-Käufe dann tatsächlich zurückgehen? Das entscheiden Sie!

 

Fotobücher werden teurer – warum steigt der Steuersatz?

 

Bücher haben traditionell einen reduzierten Umsatzsteuersatz von sieben Prozent. Dieser gilt auch für Fotobücher. Ab nächstem Jahr, 2017, soll diese Reduzierung laut einer EU Verordnung von Dezember 2015 zurückgenommen werden, so dass Fotobücher künftig mit dem Standardsatz von 19 Prozent versteuert werden. Damit steigen dann auch die Gesamtpreise für Fotobücher.

Die Begründung für die Rücknahme der Umsatzsteuerermäßigung lautet, dass Fotobücher mehr den alten Fotoalben ähneln als klassischen Büchern. Fotoalben bekommen traditionell den höheren Steuersatz. Bücher werden steuerlich subventioniert, denn „Lesen bildet“. In Fotobüchern hingegen liest man laut EU-Kommission wohl nicht, auch wenn das Lesen von Bildern eine Kompetenz ist, die in unsere Gesellschaft verstärkt eine Rolle spielt.

Inkonsequenterweise trifft diese neue EU-Regelung auch auf selbsterstellte Bücher ohne Vollfarbdruck und mit größerem Text- als Bildanteil zu. Das heißt ab 2017 müssen alle Bücher ohne ISBN Nummer mit 19% versteuert werden. Es geht noch weiter: Nicht einmal alle Bücher mit ISBN-Nummer sind vor dem höheren Steuersatz sicher. Denn auch bei einem Buch mit dieser Nummer könne es sich um ein Fotobuch im Sinne des erwähnten BMF-Schreibens handeln.

Wir fragen uns: Heißt das, nicht nur Amateur-Fotobücher werden teurer, sondern auch professionelle Bildbände von großen Verlagen oder berühmten Fotografen?

Kommentar schreiben

0 Kommentare


Schreibe einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.