Prerecording mit Bodycam – Das sollten Sie darüber wissen!

 

In Baden-Württeberg wurde nun auch das Prerecording erlaubt. Den hessischen Kollegen wurde die Teilnahme an dem Bodycam Pilotprojekt bereits zuvor erstattet. Sie haben noch nie von dieser neuen Schutzstrategie gehört? Kein Problem. Was es mit dem Prerecording mit Bodycam auf sich hat, erfahren Sie hier bei uns.

 

Prerecording mit Bodycam – so macht es die Polizei!

 

Was bedeutet eigentlich Prerecording? Das erklären wir Ihnen zuerst.

Bei dem Prerecording mit Bodycam werden kontinuierlich jeweils 60 Sekunden mit einer Kamera aufgezeichnet. Diese trägt eine Polizistin zum Beispiel auf der Schulter. Die Daten werden sofort wieder mit erneuten 60 Sekunden Filmmaterial überschrieben, wenn nicht die Trägerin auf den Aufnahmeknopf drückt. In diesem Fall werden sie dauerhaft gespeichert. Betrachten kann die Aufnahme aber die Polizeistreife selber nicht. Zugriff hat nur eine Vorgesetzte mit einem richtigen Passwort.

Was will man mit dieser Methode bezwecken? Auch hier haben wir die Antwort.

Durch dieses Vorgehen soll erreicht werden, dass potentielle Angreifer abgeschreckt werden. Thomas Strobl (CDU), Minister für Inneres, Digitalisierung und Migration erklärt, was an genau diesem Verfahren so wichtig ist: „In Extremsituationen müssten Polizisten handeln und könnten nicht auf die Aufnahmetaste drücken.“ Durch das Prerecording können Angegriffene auch noch im Nachhinein die Aufnahmetaste drücken. Davor können sie sich voll auf die Angreiferin konzentrieren. Das klingt eigentlich erst einmal sinnvoll. Aber was sagen Kritiker dazu?

 

Prerecording mit Bodycam – sechsmonatige Pilotphase

 

Die Pilotphase für dieses Projekt wurde auf sechs Monate festgelegt. Solange sollen die Polizistinnen in Hessen und Baden-Württemberg mit den Bodycams ausgestattet auf Streife fahren. Danach folgt eine wissenschaftliche Auswertung der Testphase. Auf dessen Grundlage soll der Bundestag dann über eine dauerhafte Lösung für Prerecording mit Bodycam abstimmen.

In Rheinland-Pfalz liegen bereits erste Auswertungen eines ähnlichen Projekts vor. Das vorläufige Fazit von Heiko Arnd, dem Leiter der Arbeitsgruppe Bodycam, lautet hier: „Ob die Bodycam eine präventive Wirkung hat, ist vor allem von der Wahrnehmungsfähigkeit des betroffenen Bürgers abhängig. Eine Reaktion findet jedoch grundsätzlich statt. Ist die Wahrnehmung des Betroffenen jedoch durch Alkohol-, Drogen- oder anderen Medikamentenkonsum beeinflusst, scheint die Bodycam ab einem bestimmten Grad keine Wirkung zu entfalten.“

Hamburg und Nordrhein-Westfalen haben das Prerecording mit Bodycam ausdrücklich verboten. Kritisch äußerte sich auch die SPD. Dabei berief die Partei sich auf den Landesdatenschützer Jörg Klingbeil. Dieser sprach von einer „massiven Datenspeicherung auf Vorrat“, die durch das Prerecording entstehe. In der Tat werden sicher nicht nur Angreifer „prerecorded“, sondern auch einfache Passanten.

Wir können diese kritischen Ansichten teilen. Sie auch? Diskutieren Sie mit! Erläutern Sie uns, ob Sie Schutz oder Privatsphäre wichtiger finden. Finden Sie auch, dass unsere Welt immer mehr dem Orwellschen 1984 ähnelt? Sind Sie für oder gegen das Prerecording mit Bodycam?

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