Noch liefern Smartphones und Kamerahandys nicht jene Fotoqualität, die man von modernen Digitalkameras gewohnt ist. Doch das Segment holt stetig auf. Bisweilen verhelfen elektronische „Aufhübscher“ zum besseren Bild. Welche Kamera-Apps es gibt, erfahren Sie hier.

Neben Apps für das iPhone 4, wurden auch Apps für das Android-Smartphone HTC Desire HD in Augenschein genommen

Neben Apps für das iPhone 4, wurden auch Apps für das Android-Smartphone HTC Desire HD in Augenschein genommen

Es gibt Apps, die dafür gedacht sind, Fotos zu verfremden und es gibt jene, die das Bild zu optimieren versuchen. Bei vielen Apps lohnt sich deren Anschaffung, warten sie doch mit umfassenden Funktionen auf. Dank des Fortschritts hinsichtlich der verwendeten Optik, vermögen es die Apps zudem auch gute Arbeit zu leisten. Würden Smartphones bei der Technik nicht aufholen, so wäre jedes digitale Aufhübschen vergebens – so viel Ehrlichkeit muss sein. Trotzalledem haben die kleinen Digitalkameras, die in den mobilen Alleskönnern platz finden müssen, insbesondere Schwächen bei der natürlichen Darstellung von Farben und Kontrasten. Es gibt somit einige leistungsstarke Apps, die den Eindruck von Analogfotos zu bewerkstelligen wissen, vom Look mit Plastiklinsen, die in Analogkameras verwendet werden, wie auch dem Aussehen lange gelagerter Fotoabzüge oder besonderen Objektivfiltern. Die digitale Welt imitiert die phsyikalische-analoge Welt oftmals täuschend echt.

Apps für Lomografie-Freunde

Eine große Fangemeinde besitzt die so genannte Lomografie, die ihren Siegeszug – zumindest in der Szene – mit dem Aufkommen der Polaroid- und Holgakameras antrat. Die Bildergebnisse warten mit starken Kontrasten und einem auffälligen – bei Fans gewollten – Vignettierungseffekt auf. Zudem nimmt die Helligkeit zum Bildrand hin ab. Es gibt derzeit sechs populäre Apps, die jenen Effekt aus anno dazumal zu realsieren wissen. „Spiegel-Online“ hat sich drei der Apps für das Apple iPhone und für Android-Handys zur Brust genommen und getestet. Die Apps wurden mit dem iPhone 4 (5-Megapixel-Kamera) und dem HTC Desire HD (8-Megapixel-Kamera) ausprobiert. Am bekanntesten unter den Retro-Apps für das iPhone ist “Hipstamatic”, welches sich am ausgereiftesten erweist. Für einen Preis von 1,59 Euro kann man sich die Basis-Version aufs Smarthpone holen. Es bietet eine Reihe an Filtern, die untereinander kombinierbar sind. Genauer handelt es sich um Objektiv- und Fotofilm-Filter, die zudem variabel einstellbar sind. Wer mehr Filter möchte, kann sich ein Upgrate hinzukaufen. Des Weiteren lassen sich die so bearbeiteten Fotos mit einer mitgelieferten Software kinderleicht auf soziale Netzwerke, wie Facebook, Flickr oder Tumblr, veröffentlichen oder aber per Email versenden.

Kinderleichtes Austauschen von Bildern über soziale Netzwerke

Ebenso mit einigen sozialen Netzweken lässt sich das App „Instagram“ verbinden. Das App ist kostenlos. Es dient hauptsächlich als Fotoalternative zu Diensten wie Twitter, so dass man beispielsweise von Freunden aufgenommene Fotos in einer Übersicht anzeigen lassen oder aber eine Statusnachrichten mit Fotoanhang a la Facebook ins Netz stellen kann. Bis zu 14 Effekte lassen sich auf geknipste Fotos anwenden. Dies geschieht jedoch – was dem analogen Fotografieren am nächsten kommt – indem man sich vorher auf einen Effekt festlegt und dann das Bild aufnimmt (Anmerkung des Autors: Laut eines Blog-Lesers, der jenes App selbst verwendet, irren sich hier die Tester von “Spiegel Online” und ein nachträgliches Anwenden von Effekten ist sehr wohl möglich). Nachträgliches Bearbeiten ist mit dem App „The Best Camera“ möglich. Hier sind es zwölf Effekte, die angewendet werden können. So beispielsweise Filter, die einen Vignettierungseffekt erzeugen, wie auch diverse Farbveränderungen. Die kreativen Erzeugnisse lassen sich wiederum via Email oder über soziale Netzwerke austauschen. „The Best Camera“ hat gar eine eigene kleine Community vorzuweisen.

Pixel-Spielerei, die mehr enttäuscht, als begeistert

Wer auf Googles Smartphone-Betriebssystem „Android“ setzt, dem wird schnell klar: Hier wird stark mit der Apple-Konkurrenz um Käufer gebuhlt. So gibt es Apps mit ähnlichen Retro-Funktionen. Einige davon versuchen mit Werbeanzeigen Geld zu verdienen – dafür sind sie aber auch kostenlos. Eine der bliebtesten Android-Apps ist „Retro Camera“. Sie ähnelt stark dem App „Hipstamatic“. Das App bietet allerdings auch ein paar Fantasie-Fotoapparate – beispielsweise „The Bärbel“ oder „Xolaroid 2000“ – die allerdings übermäßig pixelige Ergebnisse erzeugen und somit eher minimale Bedürfnisse befriedigen. Der Anwender wählt den Filter vor dem Fotografieren aus. Ebenso durch Reklame finanziert wird das App „FxCamera“, welches drei Basis-Modi bietet: „ToyCam“, „Polandroid“ und „Fisheye“. Alle drei beinhalten wiederum viele verschiedene Filter. Nach dem Knipsen des Bildes wird der auserwählte Effekt direkt angewendet. Ein nachträgliches Verändern des Ergebnisses ist nicht möglich. Blöd, dass während der Berechnung einige Zeit verstreicht, so dass man nicht sofort wieder ein neues Motiv anvisieren kann. Dafür sind die Ergebnisse ordentlich – lediglich beim Fisheye-Effekt sollte man sich vor verpixelten Bildern in Acht nehmen.

Nachträgliches Verändern jederzeit möglich

Mehr bekommt man mit dem App „Vignette“ geboten – dafür ist es aber auch nicht kostenlos, sondern für einen einmaligen Preis von 2,89 Euro für die Vollversion zu haben. Die Basis-Version ist abgespeckt, dafür aber umsonst. Der Käufer darf eine Vielzahl an Funktionen nutzen. So lassen sich zum Beispiel  Vorschaubilder direkt via Sozialer Netzwerke an Freunde verteilen, während sich die Großversionen auf dem Kamerahandy abspeichern lässt. Der Vorteil: Die Filter lassen sich voreinstellen und eine nachträgliche Veränderung ist jederzeit möglich. Wer sich gern überraschen lässt, kann auch eine entsprechende Zufallsfunktion anwenden und über das Ergebnis staunen – wenn es denn was zu staunen gibt.

Zwei Apps von “Spiegel Online” als empfehlenswert beurteilt

Im Test von „Spiegel Online“ hat sich das iPhone-App „Instagram“ als das Empfehlenswerteste herauskristallisiert. Es ist nicht nur kostenlos, sondern wartet auch mit 14 anwendbaren Filtern auf. Darüber hinaus könnten sich die Ergebnisse sehen lassen, so die Testjury. Im Vergleich zu den Aufnahmen mit „Hipstamatic“ lenken die Bilderrahmen nicht allzu sehr von den eigentlichen Motiven ab und im Gegensatz zu „The Best Camera“ sei das App „Instagram“ auch leichter zu bedienen, sowie schneller. Wer ein Android-Handy sein Eigen nennt, dem wird das drei Euro teure App „Vignette“ empfohlen. Es integriert nicht nur technisch ausgereifte Filtereffekte, sondern ist zudem leicht zu bedienen. „Retro Camera“ liefert pixelige Fotoergebnisse, die kaum zu gebrauchen sind und wartet  mit audringlichen Bilderrahmen auf. Alternative wäre das kostenlose „FxCamera“, hier happert’s ein wenig bei der Benutzerfreundlichkeit.

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1 Kommentar


  1. canon pocket camera

    canon pocket camera…

    That is a very good point and shouldn’t be ignored. However, I have seen better results….

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